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Wie hoch ist der Eigenanteil für ein Pflegeheim / Altenheim

Eigenanteil Pflegeheim

Wenn pflegebedürftige Menschen vollstationär versorgt werden müssen, kann es teuer werden. In der Vergangenheit waren die Zuzahlungen oder Eigenanteile in Pflegeheimen nicht einheitlich geregelt, da der sogenannte „Einrichtungseinheitliche Anteil“ (EA) individuell berechnet wurde. Daher sind die Kosten oft enorm angestiegen. Um diese Kostensteigerung abzubremsen wurde mit vielen Altenheimen eine Pflegesatzvereinbarung ab dem 01.01.2017 geschlossen.





Einrichtungseinheitliche Anteil – EEA

Zuerst sollte man noch erwähnen, dass sich ab 2017 die Beurteilung des Pflegebedarfs geändert hat. Die Pflegestufen wurden durch die Pflegegrade ersetzt. Nun soll es vermieden werden, dass die Eigenanteile steigen, wenn sich der Pflegegrad erhöht und somit ein höherer Pflegeaufwand notwendig ist. Pflegebedürftige Personen zahlen jetzt unabhängig vom Pflegerad (2-5). Allerdings fließen nun die Pflegebedarfe aller Heimbewohner mit in die Berechnung mit ein. Verwechseln Sie Ihren Eigenanteil nicht mit den Pflegesätzen - unten dazu mehr!

Berechnung der Pflegesätze für ein Pflegeheim

Die Formel zur Berechnung der Pflegesätze wird in § 92e Abs. 2 SGB XI beschrieben, Sie lautet:

EA = Ʃ PS – PBPG2 x LBPG2 – PBPG3 x LBPG3 – PBPG4 x LBPG4 – PBPG5 x LBPG5
                                               PB (PG2 – PG5)


Erklärung der Formel:

1. EA = der geltende einheitliche Eigenanteil
2. Ʃ PS = Summe der Pflegesätze (PS) nach Absatz 1
3. PBPG2 = Zahl der in dem Heim lebende Personen mit Pflegegrad 2
4. PBPG3 = Zahl der in dem Heim lebende Personen mit Pflegegrad 3
5. PBPG4 = Zahl der in dem Heim lebende Personen mit Pflegegrad 4
6. PBPG5 = Zahl der in dem Heim lebende Personen mit Pflegegrad 5
7. PB (PG2 – PG5) = Zahl der Pflegebedürftigen in Pflegegrad 2 bis 5
8. LBPG2 = vollstationärer Leistungsbetrag in Pflegegrad 2
9. LBPG3 = vollstationärer Leistungsbetrag in Pflegegrad 3
10. LBPG4 = vollstationärer Leistungsbetrag in Pflegegrad 4
11. LBPG5 = vollstationärer Leistungsbetrag in Pflegegrad 5

In der Formel werden alle in dem Heim lebende Personen mit einem Pflegegrad oder eingeschränkter Alltagskompetenz einberechnet. Die Pflegesätze gelten lediglich für Verpflegung, Unterkunft. Privatzahlerleistungen wie z.B. Massagen, Friseurtermine oder ähnliches müssen vom Pflegebedürftigen selbst bezahlt werden.

Der Pflegesatz ist somit abhängig von der Anzahl der im Pflegeheim lebenden Personen und deren Pflegebedarf. Durchschnittswerte verschiedener Altenheime lassen folgende Pflegesätze wahrscheinlich werden:

Der Pflegesatz für Menschen mit Pflegegrad 2 liegt wahrscheinlich im Bereich 1300.- bis 1400,- Euro.
Der Pflegesatz für Menschen mit Pflegegrad 3 liegt wahrscheinlich im Bereich 1800.- bis 1900,- Euro.
Der Pflegesatz für Menschen mit Pflegegrad 4 liegt wahrscheinlich im Bereich 2300.- bis 2400,- Euro.
Der Pflegesatz für Menschen mit Pflegegrad 5 liegt wahrscheinlich im Bereich 2500.- bis 2600,- Euro.

Ausbildungsumlage

Einrichtungen, die selber ausbilden können die Kosten ebenfalls an die Heimbewohner weitergeben. Je nach Bundesland belaufen sich die Kosten auf ca. 2-3 Euro pro Tag.

Investitionskosten

Die Kosten für Ausbau, Umbau, Instandhaltung oder Modernisierung eines Altenheims wird neben den Pflegesätzen zusätzlich in Rechnung gestellt. An den sogenannten Investitionskosten beteiligen sich Bundesländer und soziale Einrichtungen. Für diese Kosten können Sie Belege anfordern und prüfen. Ansprechpartner sind die Pflegeeinrichtungen selbst oder die Sozialämter.

Zusatzleistungen

Individuelle Leistungen müssen von den Bewohnern selber bezahlt werden. Dies können Friseurbesuche, Massagen, Zusatzbetreuung, Vorleseservice oder ähnliches sein. Die Leistungen sollten rechtzeitig abgeklärt werden, damit die Bezahlung reibungslos abläuft.

Eigenanteil für Pflegeheime berechnen / ermitteln

Update:
Seit dem 1. Juli 2020 sind die Preise für die Betreuung in einer Pflegeeinrichtung deutlich angestiegen. Im bundesweiten Durchschnitt sind die monatlichen Kosten auf mehr als 2000.- Euro gestiegen. Der Durchschnitt liegt nun bei 2015.- Euro. Nordrhein-Westfalen ist dabei mit 2405.- Euro am teuersten. Die Belastung in Mecklenburg Vorpommern ist mit 1436.- Euro am niedrigsten. Der durchschnittliche Eigenanteil liegt nun bei 786.- Euro im Monat.

Da die Bundesländer, Kommunen und Pflegekassen mit den Pflegeeinrichtungen über die Höhe der Pflegekosten und somit des Eigenanteils verhandeln, ergeben sich regionale Unterschiede.

Durschnittswerte ohne regionalen Bezug:

Pflegegrad Leistung der Pflegekasse Durchschnittliche Pflegesätze Möglicher Eigenanteil
2 770.- Euro 1500.- bis 1600,- Euro ca. 800 Euro
3 1262.- Euro 2000.- bis 2100,- Euro ca. 800 Euro
4 1775.- Euro 2500.- bis 2600,- Euro ca. 800 Euro
5 2005.- Euro 2700.- bis 2800,- Euro 700 - 800 Euro


Die günstigsten Bundesländer waren (Mit regionalem Bezug):

Schleswig-Holstein (unter 500 Euro / Monat)
Mecklenburg-Vorpommern (unter 500 Euro / Monat)
Sachsen-Anhalt (500 – 600 Euro / Monat)
Sachsen (500 – 600 Euro / Monat)
Niedersachsen (500 – 600 Euro / Monat)
Bremen (600 – 700 Euro / Monat)
Brandenburg (600 – 700 Euro / Monat)
Hessen (600 – 700 Euro / Monat)
Hamburg (700 – 800 Euro / Monat)
Rheinland-Pfalz (600 – 700 Euro / Monat)
Bayern (800 – 900 Euro / Monat)
Nordrhein-Westfalen (900 – 1000 Euro / Monat)
Baden-Württemberg (900 – 1000 Euro / Monat)
Berlin (über 900 Euro / Monat)
Saarland (über 900 Euro / Monat)



Wann übernimmt das Sozialamt den Eigenanteil für ein Pflegeheim?

Im Grundsatz müssen pflegebedürftige Personen Ihren Eigenanteil aus dem eigenen Einkommen (z.B. Rente) oder dem vorhandenen Vermögen bezahlen. Wenn das nicht ausreicht, kann das Sozialamt die Kosten bzw. Kostenanteile übernehmen. In diesen Fällen kann das Sozialamt die Kosten von den nahen Angehörigen zurückfordern. Allerdings geschieht dies erst, wenn die Angehörigen ein jährliches Einkommen von mehr als 100.000.- Euro brutto haben. (Stand August 2020)