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Autofahren trotz Pflegegrad oder Behinderung im Alter – Führerschein behalten

antrag auf hospizpflege

Sobald die Pflegebedürftigkeit einer Person fest steht, tauchen viele Fragen auf. Dazu gehört die rechtliche Regelung, ob man trotz Pflegegrad mit dem Führerschein Auto fahren darf.

Der Führerschein muss bei Feststellung eines Pflegebedarfs nicht automatisch abgegeben werden. Allerdings hängt viel davon ab, wie stark die physische und psychische Verfassung der betroffenen Person beeinträchtigt ist. Diese Dinge sollte man beachten.





Auto fahren bei beginnender Demenz

Bei beginnender Demenz sind die Fahrfähigkeiten in der Regel noch weitgehend vorhanden. Daher sollten regelmäßige Untersuchungen gemacht werden. Bei Frontotemporaler Demenz ist besondere Vorsicht angeraten. Diese Form verleitet die betroffenen zu einem sehr riskanten Fahrstil und dem Missachten der Verkehrsregeln. Menschen mit FTD sollten das Fahren bereits frühzeitig einstellen.



Diese Dinge sollten Sie beachten

Sobald eine körperliche Einschränkung festgestellt wurde, ist es empfehlenswert, sich unabhängigen Rat einzuholen. Auch wenn eine Gewisse Freiheit mit dem Auto verbunden ist, sollte man sich über allen Konsequenzen im Klaren sein. Eine Beratung bei einem Arzt ist unverbindlich und bringt keine Verpflichtungen mit sich.

Beachten Sie folgendes:
- Gehen Sie regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen und prüfen Sie Sehvermögen, Gehör und Reaktionsfähigkeit
- Ist die Beeinträchtigung so groß, dass Sie Ihr Fahrzeug nicht mehr sicher fahren können?
- Würde Ihnen ein Fahrzeugumbau helfen, um die Situation zu verbessern?
- Ist auf Ihren Fahrstrecken ein Schulweg oder Kindergarten? Kinder sind besonders gefährdet, wenn die Verkehrsteilnehmer nicht mehr schnell genug reagieren können.
- Wie oft wird das Fahrzeug benutzt? Kann man für kurze Strecken keine Alternativen wie Bus oder Taxi nehmen?
- Besprechen Sie die Situation mit der Familie. Vielleicht kann diese für gewisse Strecken einspringen.
- Bei diesen Krankheiten droht ein Führerscheinentzug: Epilepsie, Diabetes, Demenz, Psychische Störungen, Parkinson, Schlaganfall, Sehstörungen, Niereninsuffizienz

Dies sind nur einige Krankheiten, bei denen der Verlust des Führerscheins möglich ist. Es kommt immer auf die Schwere der Krankheit an. Denken Sie bitte daran, dass es darum geht andere Menschen zu schützen und nicht um eine Strafe.



Fahrtauglichkeit im Alter prüfen

Gesundheitliche Veränderungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Besonders, wenn dies Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit haben könnte. Gehen Sie am besten zu Ihrem Hausarzt und besprechen Sie die Situation.

Um die tatsächliche Fahrtauglichkeit zu prüfen, können Sie an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen oder bei einer Fahrschule nachfragen. Fahrschulen bieten oftmals extra Fahrten an, bei denen der Fahrlehrer die Fähigkeiten einschätzt. Keine Angst, selbst wenn der Fahrlehrer meint, dass Sie besser nicht mehr fahren sollten, hat dies keine Auswirkungen auf Ihre Fahrerlaubnis. Alle Ergebnisse sind vertraulich.

Die Fahrtauglichkeit kann durch folgende Komponenten beeinflusst werden:

- Körperliche Einschränkungen
- Verminderte Hör- oder Sehfähigkeit
- Einnahme von Medikamenten
- Mangelnde Beweglichkeit (z.B. für den Schulterblick)
- Geringe Reaktions- oder Konzentrationsfähigkeit

Der ADAC empfiehlt regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Ab dem 60. Lebensjahr sollte diese Untersuchung jedes Jahr erfolgen.



Anbieter für Fahrtauglichkeitsprüfungen

Es gibt verschiedene Anbieter von Fahrtauglichkeitsprüfungen auf dem Markt. Wir haben Ihnen 3 der größten Anbieter herausgesucht.

ADAC:
Fahr-Fitness-Checks an: https://www.adac.de/fahrfitnesscheck
Dauer: 1,5 Stunden
Kosten: 75 Euro für Mitglieder / 95 Euro für Nichtmitglieder

DEKRA:
Mobilitäts-Check für Senioren: https://www.dekra.de/de/mobilitaets-check-senioren/
Dauer: 1 – 2 Stunden
Kosten: Je nach Ort

TÜV:
Der TÜV bietet je nach Gebiet einen Fitnesscheck inkl. Prüfung des Fahrverhaltens an.

Fitness-Check: https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/mobilitaet-und-automotive/fuehrerschein-und-pruefung/fuehrerschein-und-pruefung/fitness-check-fuer-autofahrer
Dauer: Je nach Vereinbarung
Kosten: Je nach Standort



Rechtliche Situation und Haftung für Schäden

Wer eine gültige Fahrerlaubnis besitzt, darf ein entsprechendes Fahrzeug fahren. Diese Tatsache ist unabhängig vom Alter oder einem prinzipiellen Pflegebedarf. Sollte der körperliche oder geistige Zustand so schlecht sein, dass eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer besteht, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Wer ein Fahrzeug ohne gültige Fahrerlaubnis fährt, begeht eine Straftat. Das wird durch eine Geldstrafe ggf. sogar einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet.

Die Haftung von Schäden wird je nach Art der KfZ-Versicherung von dem Versicherer übernommen. Sollte eine schwerwiegende Krankheit bekannt sein, könnte die Verischerung Regressforderungen an Sie stellen.



Wer den Führerschein entziehen kann

Wenn eine Fahrtauglichkeit in Zweifel gezogen wird, werden die Straßenverkehrsbehörden eine Untersuchung bei einem Facharzt anordnen. Das Gutachten des Arztes entscheidet dann darüber, ob man als fahruntüchtig eingestuft wird. Die Straßenverkehrsbehörde kann dann den Führerschein entziehen.



Alternativen zu einem führerscheinpflichtigen Fahrzeug

Wer den Führerschein abgegeben hat, kann alternative Fortbewegungsmittel nutzen. Damit bleibt die Mobilität zumindest teilweise erhalten. Das lohnt sich in der Regel besonders bei Kurzstrecken.

Je nach körperlichem Zustand können folgende Alternativen helfen:

- Rollstuhl mit Elektromotor. Diese fahren bis zu 15 km/h und sind für Personen mit körperlichen Einschränkungen sinnvoll
- Elektrokleinsfahrzeuge wie z.B. E-Scooter
- Dreirädrige Kraftfahrzeuge mit bis zu 25 km/h (Klassen L2e-P und L2e-U)
- Zweirädrige Kraftfahrzeuge mit bis zu 25 km/h (Klasse L1e-B)
- Fahrräder mit Hilfsmotor - bis zu 25 km/h

Für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, eignen sich besonders Rollstühle oder E-Scooter. Die Bedienung ist recht einfach die Geschwindigkeit kann eingestellt werden. Das schützt Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Zusätzlich müssen diese nicht auf der Straße gefahren werden.



Kann man den Führerschein trotz Pflegegrad oder GdB machen?

Ja, das ist möglich. Die alleinige Tatsache, dass ein Pflegegrad vorhanden ist, sagt noch nichts über den tatsächlichen Zustand aus. Suchen Sie sich eine Fahrschule, die Ihren Anforderungen entspricht und besprechen Sie dort die Situation. Eventuell muss auch ein spezielles Fahrzeug mit Umbauten vorhanden sein.

Bei dem Grad der Behinderung kommt es ebenfalls auf die tatsächlichen Auswirkungen an. Die Einschränkungen sollten offen mit der Fahrschule besprochen werden.